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The Scars of Ali Boulala

Ein Film von Max Eriksson Schweden, Norwegen 2021 / 100 Min ab 15 Jahre Schulkinowochen-Film

Inhalt

Es passt zum Leben von Ali Boulala, dass ein spektakulär missglückter Versuch die bekannteste Errungenschaft seiner Karriere ist. Zweimal versuchte er vergeblich den tiefsten Treppensprung der Skateboardgeschichte, einen Ollie über 25 Stufen im französischen Lyon. Charakteristisch auch seine Reaktion nach dem Sturz: "Wirklich ein harter Tag im Büro heute." Im Alter von 16 geht der Schwede Mitte der 1990er-Jahre in die USA, als die Popularität des Sports gerade explodiert. Er unterschreibt einen Vertrag beim Board-Hersteller Flip und führt mit anderen Jungprofis ein Tourleben wie Rockstars: skaten, Drogen nehmen, Roadtrips im Bus. Ein Kameramann des Unternehmens hält all das fest, um die Skater zu vermarkten. Die Aufnahmen zeigen einen charismatischen Draufgänger, der für seine wahnwitzigen Straßentricks in der Szene berühmt wird. Bis sich 2007 in einer Nacht alles ändert: Ali verursacht einen Motorradunfall, bei dem sein Beifahrer Shane Cross tödlich und er selbst schwer verletzt werden. Wegen Trunkenheit am Steuer verbringt er zwei Jahre in Haft – mit tiefen Schuldgefühlen.

filmisch

Max Eriksson hat für seinen Dokumentarfilm The Scars of Ali Boulala einen Protagonisten gefunden, an dessen Biografie sich die Licht- und Schattenseiten der Skatekultur um die Jahrtausendwende prägnant erzählen lassen. Die Ära steht für einen Boom – unter Jugendlichen überholt Skateboarding in den USA den Nationalsport Baseball – und eine Kommerzialisierung. Zugleich pflegen Skater das Image, dass es im Vergleich zu traditionellen Sportarten weniger um Wettkämpfe als um Kreativität, Freiheit und Gemeinschaft geht. Eine Gemeinschaft jedoch, wie in den Archiv-Videos des Films zu sehen ist, vor allem unter jungen Männern: Gefährliche Mutproben, exzessiver Drogenkonsum und deviantes Verhalten gehören dazu, gelten gerade im Fall von Ali als Coolness. Mit der Inszenierung aus den Promo-Videos bricht der Film etwa ab der Hälfte, wenn er sich ausgiebig den Umständen und Folgen des tragischen Unfalls widmet. Nach einem Koma muss Ali mühsam wieder sprechen und gehen lernen, seine Erinnerungen bleiben Bruchstücke. Betont nüchtern sprechen er und ehemalige Weggefährten in Interviews auch über den Kampf gegen die Sucht.

THE SCARS OF ALI BOULALA - nur im Kino

Credits

Filmtitel
The Scars of Ali Boulala
Kinostart
22.06.2023
Genre
Dokumentarfilm
Regie
Max Eriksson
Buch
Mikel Cee Karlsson, Max Eriksson
Darsteller*innen
Mitwirkende: Ali Boulala, Rune Glifberg, Arto Saari, Shane Cross, Raija Boulala u.a.
Altersempfehlung
ab 15 Jahre
FSK
ab 12 Jahre

Hinweise

Der Text ist eine Übernahme von kinofenster.de