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Link zum FilmTipp Welcome to Sodom

Welcome to Sodom - Dein Smartphone ist schon hier

Ein Film von Florian Weigensamer, Christian Krönes Österreich 2018 / 92 Min ab 14 Jahre Schulkinowochen-Film

Inhalt

„Sodom“ nennen die Bewohner ihren Stadtteil Agbogbloshie, nach der bekannten alttestamentarischen Stadt. Dieses Gebiet von Ghanas Hauptstadt Accra gehört zu den am schlimmsten verseuchten Orten der Welt: Obwohl dies nach der Basler Konvention von 1989 verboten ist, werden jährlich 250.000 Tonnen Elektroschrott aus Europa und anderen Ländern hierher verschifft. Etwa 6.000 Menschen leben auf und von der Müllhalde in Agbogbloshie, die einst ein Sumpfland war: Die Frauen kochen Wasser ab, das zum Trinken, Waschen und dem Ablöschen der Feuer dient, auf der Suche nach Metallteilen schleifen Kinder Magnete über den Boden, die Männer zerlegen alte Rechner und brennen die Plastikumhüllungen der Kabel ab, um an Rohstoffe zu kommen, die sich weiterverkaufen lassen. Bei diesen Arbeiten, die mit einfachsten Mitteln und ohne Schutzbekleidung im Freien stattfinden, werden giftige Substanzen in die Luft, den Boden und das Grundwasser freigesetzt; die Folgen für die Bewohner und die Umwelt sind gravierend. Und doch ist Sodom für seine Bewohner neben einer Hölle auch ein Ort der Hoffnung – ein Ort, der Arbeit bietet und die Aussicht auf ein gutes Geschäft, das einen schließlich von dort wegführt, vielleicht schon morgen.

filmisch

Informiert man sich über die Lebensumstände in Ghanas „Toxic City“, so ist es umso bemerkenswerter, dass es den Regisseuren gelungen ist, einen geradezu lyrischen Dokumentarfilm über dessen Bewohner*innen zu drehen, ohne die Schrecken dieses Ortes zu verharmlosen. Die Poesie des Films entspringt einerseits der Kamera- und Montagearbeit: In langen, ruhigen Einstellungen wird die beinah postapokalyptisch und surreal anmutende Szenerie eingefangen; durch viele Bilder ziehen tiefschwarze Rauschschwaden, durch andere eine Rinderherde. Daneben ist es die Tonebene, die die besondere Atmosphäre des Films prägt. Es gibt keine zentrale Erzählinstanz, die als Deutungshoheit auftritt und das Gezeigte in einer Voice-Over kommentiert. Stattdessen wird der Film von den Erzählungen seiner Protagonist*innen getragen. Durch die Vielzahl der Stimmen entsteht ein Kaleidoskop an Eindrücken aus dem Inneren der Deponie, sie verweben sich mit den Bildern, den Umgebungsgeräuschen und den reduzierten elektronischen Klängen zu einer multiperspektivischen Erzählung, die große emotionale Sogkraft entwickelt und viele wichtige Fragen aufwirft.

WELCOME TO SODOM - Trailer

Credits

Filmtitel
Welcome to Sodom - Dein Smartphone ist schon hier
Originaltitel
Welcome to Sodom
Kinostart
02.08.2018
Genre
Dokumentarfilm
Regie
Florian Weigensamer, Christian Krönes
Buch
Roland Schrotthofer, Florian Weigensamer
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
FSK
ab 6 Jahre

Hinweise

Ein FilmTipp ZOOM erscheint zum Kinostart!