Der Tod ist ein Arschloch, mindjazz pictures 2025
Der Tod ist ein Arschloch
Ein Film von Michael Schwarz Deutschland 2025 / 82 Min ab 14 Jahre Schulkinowochen-Film
Inhalt
„Ich selbst habe total Schiss vorm Sterben“ ist ein Satz, den man nicht unbedingt von einem Bestatter erwarten würde. Aber die Mitwirkenden dieses Films, die in einem Berliner Bestattungsinstitut arbeiten, bieten in erster Linie eines an: einen ehrlichen Umgang mit dem Tod. Der Dokumentarfilm von Michael Schwarz begleitet sie dabei, wenn sie eine Leiche aus einem Wohnhaus abholen, mit Sterbenskranken über Wünsche für deren eigene Beerdigung sprechen oder mit einer Schulklasse den Verlust von geliebten Menschen reflektieren. In einer Szene etwa werden die sterblichen Überreste eines Menschen mit dem Lastenrad durch Berlin gefahren – dahinter eine ganze Bestattungsprozession auf zwei Rädern. Protagonist Eric Wrede war zuvor im Musikbusiness tätig und scheint seine Berufung darin gefunden zu haben, anderen einen würdigen und individuellen Abschied vom Leben zu ermöglichen.
filmisch
DER TOD IST EIN ARSCHLOCH hat eine recht klassische dokumentarische Form: Reportage-Sequenzen aus dem Alltag des Bestattungsinstituts und Interview-Szenen wechseln sich ab. Der Film legt so den Fokus auf die Protagonist*innen, hält sich mit starken Akzenten durch die Inszenierung eher zurück. Eine Ausnahme bildet der Soundtrack: Die bluesigen Gitarrenklänge geben dem schweren Thema einen leichteren Touch, entsprechen gerade nicht dem Klischee trauriger Musik. Eine besondere Protagonistin des Films ist Gabi Kohn, die selbst Bestatterin war. Im Film bereitet sie im Gespräch mit einem Freund sowie mit Eric Wrede, dem früheren Kollegen, ihren eigenen Abschied aus dem Leben vor. Sie hat sehr konkrete Vorstellungen zur Musik, Atmosphäre und Dramaturgie ihrer Trauerfeier. Am Ende des Films ist die Feier zu ihren Ehren zu sehen.
Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit
Schon vor der Sichtung können die Schüler*innen über den Titel nachdenken: Was bedeutet der Satz „Der Tod ist ein Arschloch“? Was für einen Film erwarten sie hinter diesem Titel? Ausgehend von den Beispielen im Film können die Aufgaben in einem Bestattungsinstitut gesammelt werden. Wie sprechen die Mitarbeitenden über ihre Arbeit? Was hilft ihnen dabei, wenn sie täglich mit dem Tod konfrontiert sind? Die Schüler*innen können ggf. eigene Erfahrungen teilen, die sie im Umgang mit dem Tod von Angehörigen gemacht haben. Die Bestattungen im Film und Bestattungsrituale können verglichen werden: Was steht bei einer christlichen kirchlichen Trauerfeier im Fokus? Welche anderen Rituale kennen die Schüler*innen? Die Protagonistin Gabi Kohn zeigt, dass sie selbstbestimmt ihren Abschied vorbereitet. Welchen Teil ihres Sterbeprozesses zeigt der Film, welchen nicht? Mit einer kurzen Recherche finden die Schüler*innen im Internet einen berührenden Nachruf, in dem sie noch mehr über das Leben dieser Protagonistin erfahren können. Schließlich können sie untersuchen, welche Funktion die Musik im Film übernimmt.
Autor*in: Han-Philipp Kohlmann 04.11.2025, Letzte Aktualisierung: 12.05.2026
- Genre
- Dokumentarfilm
- Altersempfehlung
- ab 14 Jahre
- Klassenstufe
- ab 9. Klasse
- Unterrichtsfächer
- Deutsch, Ethik, Religion, Sozialkunde, Wirtschaft/WAT, Berufsorientierung (fächerübergreifend)
- Themen
- Tod, Trauer, Arbeit, Empathie, Gesellschaft
Credits
- Filmtitel
- Der Tod ist ein Arschloch
- Kinostart
- 27.11.2025
- Genre
- Dokumentarfilm
- Regie
- Michael Schwarz
- Buch
- Michael Schwarz
- Darsteller*innen
- Mitwirkende: Eric Wrede, Maria Schuster, Katja Seydel, Siv-Marie Wrede, Gabi Kohn u. a.
- Altersempfehlung
- ab 14 Jahre
- FSK
- ab 6 Jahre
- Verleih
- mindjazz pictures