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Franz K.

Ein Film von Agnieszka Holland Tschechien, Polen, Deutschland 2025 / 128 Min ab 16 Jahre Schulkinowochen-Film

Inhalt

Der junge Franz fügt sich als Kind mehr oder weniger ein in die bürgerliche jüdische Familie Kafka – beim Friseur, am Familientisch, beim Fotografen mit der Schwester. Über allem führt der gestrenge Vater ein harsches Regiment und macht Franz´ Gespenstervisionen verständlich. Franz fühlt sich als junger Mann als Außenseiter und verspottet – zudem nicht ernst genommen für sein Schreiben, mit dem er Erfahrungen und Ängste verarbeitet. Er wird in die Arbeit in der Firma seines Vaters gegen seinen Willen hineingedrängt wie später in eine Versicherung. Ebenso wie ihn der Vater als Kind zum Schwimmenlernen einfach in den See geworfen hatte. Nur die Schwester versteht und unterstützt ihn, diskutiert mit ihm über Kunst und Theater. Er erfährt freundschaftliche und kreative Unterstützung durch Max Brod und zwei Frauen. Wobei er eine Verlobung mit eigenem Schuldgefühl löst und vom Vater bis zum Tod herabgewürdigt wird. Seinen Ruhm erlebt er nicht mehr.

filmisch

Diese Biografie Kafkas erzählt von Kindheit bis zum frühen Tod chronologisch mit deutlichen Flashbacks und Flashforwards. Dabei wird auch nichtlinear ein Netz gesponnen aus in die Kamera gesprochenen Bewertungen der Nebenfiguren über ihn. Ergänzt wird dieses historische Kaleidoskop durch dokumentarische Sprünge ins Kafka Museum und zu Merchandising bei einer gegenwärtigen Stadtführung in Prag. Franz Kafka wird als Genie gewürdigt und in seinen Nöten und Traumata dargestellt – in einer experimentellen Erzählweise mit sehr stilisierten Großaufnahmen oder Totalen in meist dunklen Braun-Tönen. Die Tonebene changiert zwischen nachahmender Imagination von Franz´ Wahrnehmung und Fantasie bis zu sachlichem Berichts-Dialog. Alles wirkt brüchig und bedrohlich bis hin zu einer Folterszene aus dem Text „Das Straflager“ und einer dramatischen Szene, als Brod als Jude knapp den Koffer mit Kafka-Manuskripten vor einer Kontrolle durch Nazis retten kann.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Abgesehen von klaren textlichen und bildlichen Hinweisen zu Kafkas literarischen Texten wird der Film zu einem Unterrichtsgespräch über Absicht und Ziel einer deutlich experimentellen Biografie-Erzählung anregen. Dazu bieten sich neben der Detailanalyse der filmischen Form Vergleiche an zu anderen Biopics und filmischen Werken über Kafka. Inwieweit bildet dieser Film die Erzählinhalte und -strategien von Kafkas Literatur ab? Was fügt er bereits Bekanntem hinzu? Interessant dürfte vor allem die Diskussion dazu sein, inwieweit man der Figur Kafkas und seiner Lebenswelt mit Blick auf die Historie und die Gegenwart nahekommt. Was leistet der Film in diesem sehr individuellen Blick einer Regisseurin? Nahe liegt auch ein genereller Blick auf den Zusammenhang von Leben, Werk und Wirkung eines Künstlers von der Entstehungszeit bis heute und dabei auch auf zeitübergreifenden Themen wie Mensch-Sein, Wahrheit, Gewalt und Kreativität.

Autor*in: Cornelia Hermann 22.09.2025, Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Genre
Drama, Biografie
Altersempfehlung
ab 16 Jahre
Klassenstufe
ab 11. Klasse
Unterrichtsfächer
Deutsch, Psychologie, Philosophie, Geschichte, Kunst, Medienkunde
Themen
Künstler*innenbiografie, künstlerischer Schaffensprozess, Kunst und Gesellschaft, Wahrheit, (häusliche) Gewalt, Filmsprache

Credits

Filmtitel
Franz K.
Kinostart
23.10.2025
Genre
Drama, Biografie
Regie
Agnieszka Holland
Buch
Marek Epstein
Darsteller*innen
Idan Weiss, Peter Kurth, Sandra Korzeniak, Katharina Stark, Carol Schuler, Sebastian Schwarz u. a.
Altersempfehlung
ab 16 Jahre
FSK
ab 16 Jahre
Verleih
X-Verleih
Festivals
(2025) Toronto International Film Festival; San Sebastian International Film Festival, Polnisches Filmfestival Gdynia