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Link zum FilmTipp Heimsuchung

Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte

Ein Film von Völker Schlöndorff Deutschland 2026 / 121 Min ab 14 Jahre Schulkinowochen-Film

Inhalt

Im Verlauf von fast hundert Jahren deutscher Geschichte ist ein Anwesen an einem See in Brandenburg Schauplatz vieler Schicksale. Menschen kommen und gehen, die Zeitläufte ändern sich, der See und das Haus bleiben. In der ausgehenden Weimarer Republik baut ein Architekt es für sich und seine Verlobte. Nebenan errichtet ein jüdischer Tuchfabrikant ein kleines Badehaus; unter der NS-Herrschaft wird die Familie nach Polen deportiert. Am Ende des Zweiten Weltkriegs okkupiert die Rote Armee das Haus, während sich die Frau des Architekten im Schrank versteckt. Als der Architekt in der folgenden DDR-Zeit in Ungnade fällt, setzt er sich mit seiner Frau nach West-Berlin ab. Anschließend bewohnt eine Schriftstellerin und überzeugte Kommunistin das Haus. Nach dem Mauerfall verliert deren Enkelin das Grundstück.

filmisch

Jenny Erpenbecks 2008 veröffentlichter Roman „Heimsuchung“ behandelt ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Die Figuren wechseln, das Haus fungiert als Konstante. Für die Filmadaption übernimmt Regisseur Volker Schlöndorff diesen Aufbau, erzählt die Ereignisse anders als Erpenbeck aber chronologisch. Das Panorama umfasst die Spanne von der späten Weimarer Republik bis zur Wendezeit und zeigt, wie sich die historischen Umschwünge in verschiedene Biografien einschreiben. Mit Ruhe und Übersicht inszeniert Schlöndorff kleine Zeitbilder, die nach und nach ein Mosaik ergeben. Dabei nutzt er viele distanzierte Kamerapositionen, die die Figuren in ihren jeweiligen (Handlungs-)Kontext einbetten. Kurz eingefügte Archivbilder, wechselnde Ausstattungsgegenstände und Moden dienen als visuelle Zeitmarker. Emotional bleiben die zahlreichen Figuren wenig nahbar, was auch an den mitunter typisierenden Dialogen liegt.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Vor der Sichtung lohnt ein Blick auf das Filmplakat, eine Variation des Buchcovers. Welche Erwartungen weckt das Motiv? Danach liegt eine Diskussion des Titels nahe: Wie lässt sich der Begriff „Heimsuchung“ auf den Stoff beziehen? Ergiebig ist ein Vergleich mit der Buchvorlage. Wie verändert beispielsweise die chronologische Erzählweise die Wirkung? Interpretativen Spielraum lässt der Gärtner als scheinbar zeitlose Konstante. Generell empfiehlt sich eine Figurenanalyse, die den Blick darauf richtet, wie die politischen Systemwechsel die Lebenswege beeinflussen. Besprechenswert ist zudem die grundlegende Idee, das einmal als „dritte Haut“ bezeichnete Haus selbst zu einer Art Hauptfigur zu machen. Eine Filmanalyse kann die Merkmale von Schlöndorffs Adaption herausarbeiten – vielleicht im Abgleich mit den ähnlich konstruierten, doch anders inszenierten Filmen HERE (Robert Zemeckis, USA 2024) und IN DIE SONNE SCHAUEN (Mascha Schilinski, D 2025). Wie prägt die Kameraarbeit die Wahrnehmung? Welche Funktion erfüllt die Musik? Welche Mittel markieren die Zeitebenen?

Autor*in: Christian Horn 13.08.2026, Letzte Aktualisierung: 08.10.2026

Genre
Drama, Literaturadaption
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
Klassenstufe
ab 9. Klasse
Unterrichtsfächer
Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Ethik, Religion
Themen
Biografie, Individuum (und Gesellschaft), Heimat, (deutsche) Geschichte, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Krieg/Kriegsfolgen, DDR, Mauerfall, Wiedervereinigung, zwei deutsche Staaten

Credits

Filmtitel
Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte
Kinostart
15.10.2026
Genre
Drama, Literaturadaption
Regie
Völker Schlöndorff
Buch
Volker Schlöndorff nach dem Roman von Jenny Erpenbeck
Darsteller*innen
Lars Eidinger, Martina Gedeck, Ulrich Matthes, Detlev Buck, Stella Denis-Winkler, Matthias Hungerbühler, Greta Ipfelkofer, Michael Maertens, Josefin Platt u. a.
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Studiocanal