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Im Osten was Neues

Ein Film von Loraine Blumenthal Deutschland 2025 / 86 Min ab 14 Jahre Schulkinowochen-Film

Inhalt

IM OSTEN WAS NEUES begleitet den Fußballverein FC PIO, der in einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wichtigen Ort für junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen geworden ist. Im Zentrum steht Thomas „Eichi“ Eichstätt, der gemeinsam mit Spieler*innen aus Afghanistan, Tschetschenien, der Ukraine und weiteren Herkunftsländern einen Raum schafft, in dem Begegnung, Anerkennung und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Der Film zeigt, wie ein scheinbar „kleines“ Vereinsumfeld zu einem sozialen Anker wird – inmitten gesellschaftlicher Spannungen, rechtsoffener Stimmungen und struktureller Benachteiligung. Ohne zu idealisieren, macht der Film sichtbar, wie Vertrauen entsteht, wie Konflikte ausgehandelt werden und wie gemeinsames Handeln zu einer Form von Selbstermächtigung wird.

filmisch

Die filmische Umsetzung setzt konsequent auf eine beobachtende Kamera, die sich auf Augenhöhe mit den Protagonist*innen bewegt. Statt Interviewsituation oder Off-Kommentar entsteht die Erzählung durch Situationen, Blicke und Gesten im gemeinsamen Alltag. Die Kamera bleibt oft nah an Gesichtern und Körpern, etwa während des Trainings oder im Vereinsheim, wodurch eine körperliche Präsenz und direkte Beziehung erfahrbar wird. Längere ununterbrochene Einstellungen geben dem Publikum Zeit, Dynamiken selbst wahrzunehmen, ohne dramaturgische Zuspitzung. Der Ton bewahrt Umgebungsgeräusche – Rasen, Stimmengewirr, Wind –, was die Atmosphäre des Ortes trägt. Die Montage strukturiert Übergänge zwischen Spielplatz, Privatleben und Stadtumfeld in einem ruhigen Rhythmus und vermeidet erklärende Insert-Texte. So entsteht ein kinematografischer Raum des Zuhörens, in dem der Film Haltung durch Form, nicht Interpretation vermittelt.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Der Film eignet sich, um Fragen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Demokratie im Alltag zu behandeln. Er bietet einen sensiblen Zugang zu Themen wie Rassismus, Migration, ländlicher Raum, Teilhabe, Solidarität und Empowerment. In der schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit kann der Film genutzt werden, um stereotype Vorstellungen über „Ostdeutschland“ zu reflektieren und konkrete Lebensrealitäten sichtbarer zu machen. Er ermöglicht Diskussionen über Machtverhältnisse, gesellschaftliche Ausschlüsse und alltägliche Aushandlungsprozesse. Gleichzeitig zeigt er positive Handlungsspielräume: wie Menschen Räume gestalten, Verantwortung übernehmen und Strukturen verändern. Methodisch eignet sich der Film für Gesprächsrunden, biografische Reflexionen sowie als Ausgangspunkt für lokale Recherchen zu Vereinen, Initiativen oder Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort. Die Schüler*innen können analysieren, wie der Film nur durch Beobachtung erzählt. Welche Eindrücke entstehen dadurch? Welche Wirkung hat diese Machart auf sie als Zuschauer*innen?

Autor*in: Mohammed Scheikani 03.11.2025, Letzte Aktualisierung: 02.03.2026

Genre
Dokumentarfilm
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
Klassenstufe
ab 9. Klasse
Unterrichtsfächer
Politik, Sozialkunde, Ethik, Geschichte, Sport, Demokratieerziehung (fächerübergreifend)
Themen
diverse Lebensrealitäten, Teilhabe, Ausschluss, Migration, Migrationsgesellschaft, Rassismus, Rechtsextremismus, Ostdeutschland, Empowerment, Fußball

Credits

Filmtitel
Im Osten was Neues
Kinostart
13.11.2025
Genre
Dokumentarfilm
Regie
Loraine Blumenthal
Buch
Loraine Blumenthal
Darsteller*innen
Mitwirkende:Thomas „Eichi“ Eichstätt und das Team des FC PIO u. a.
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Drop Out Cinema
Festivals
(Auswahl 2025) Filmkunstfestival MV: WIR Vielfaltspreis, „Gedreht in MV“ Förderpreis; Dokumentale Berlin: Publikumspreis; UNLIMITED HOPE FILM FESTIVAL; MANNHEIM ARTIST ANF FILM FESTIVAL: Bester Dokumentarfilm