Milch ins Feuer, (c) Bauer Carnicer; Filmperlen 2025
Milch ins Feuer
Ein Film von Justine Bauer Deutschland 2024 / 79 Min ab 14 Jahre Schulkinowochen-Film
Inhalt
Sommer auf dem Land. Die junge Bäuerin Katinka und ihre zwei Schwestern verbringen jede freie Minute am Fluss, besprechen dort alles miteinander. Die eine ist schwanger und kann sich nicht entscheiden, ob sie das Kind behalten wird. Katinka will unbedingt den Milchhof der Familie weiterführen, während um sie herum andere Landwirt*innen resigniert aufgeben. Sie will nichts anderes, geht in der Arbeit mit den Kühen und auf dem Feld völlig auf. Aber selbst ihre Mutter zweifelt daran, ob das Unterfangen Zukunft hat, während die Großmutter ihr moralisch Halt gibt. Männer gibt es nur am Rande als Nachbarn oder unzuverlässige Kindserzeuger. Eine starke Frauengemeinschaft, die sich pragmatisch und uneitel gegenseitig unterstützt und so das Landleben am Laufen hält.
filmisch
In ihrem Abschlussfilm erzählt Justine Bauer ungeschönt vom heutigen Alltag in der Landwirtschaft. Der Fokus liegt auf der nur aus Frauen bestehenden Familie. Die Arbeit ist trotz des Einsatzes von Maschinen immer noch körperlich hart und erlaubt kaum Freizeit, auch wenn z. B. das Striegeln von Pferden oder Kühen für manche nach Vergnügen aussehen mag. Für die Dreharbeiten kehrte die Regisseurin in ihre Heimatregion in Baden-Württemberg zurück und lässt in die Geschichte eigene Erfahrungen einfließen. Im Film spielen überwiegend Laiendarsteller*innen, die in der regionalen Mundart Hohenlohisch sprechen. Das verleiht der im Grunde unspektakulären Geschichte Authentizität, die gelegentlich von Katinka lakonisch aus dem Off kommentiert wird. So erscheinen auch dramatische Ereignisse wie der Suizid eines Nachbarn als natürliche Facetten des Lebens.
Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit
Die scheinbar undramatische Erzählweise könnte ein erster Anknüpfungspunkt für eine Diskussion sein. Sie schildert in Ausschnitten ohne romantische Verklärung zeitgenössische landwirtschaftliche Lebensrealität, die mehr mit dem Kampf ums Überleben als mit idyllischer Natur zu tun hat. Die Bedingungen heutiger Landwirtschaft und deren Ursachen können anhand des Suizids des Nachbarn weiteren Austausch anregen. Die Regisseurin erzählt unverkennbar auch aus eigenem Erleben – ein Eindruck, der sich durch den konsequent gesprochenen Dialekt noch verstärkt. Er macht den Ton des Films zugleich altmodisch wie zeitlos und weckt Assoziationen an Edgar Reitz’ Heimat-Trilogie. Daran anknüpfend kann über die schwindende Bedeutung von Dialekten gesprochen werden. Ein zeitentrückter Eindruck entsteht darüber hinaus auch durch die statische Kamera, die schöne, aber inzwischen ungewohnte Bilder erzeugt – etwa, wenn zu Beginn die über dem Wasser schaukelnde Katinka nur beim Schwingen kurz in den Bildrand tritt. Das lädt zu einer Analyse der Bildsprache ein.
Autor*in: Ingrid Beerbaum 25.07.2025, Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
- Genre
- Drama, Coming-of-Age
- Altersempfehlung
- ab 14 Jahre
- Klassenstufe
- ab 9. Klasse
- Unterrichtsfächer
- Sozialkunde, Erdkunde, Ethik, Deutsch, Recht, Sozialwissenschaften, Wirtschaft/WAT, Kunst, Berufsorientierung (fächerübergreifend)
- Themen
- Landleben, Frauen, Familie, Erwachsenwerden, Geschwister, Landwirtschaft, Suizid
Materialien zum Film
- FilmTipp_Milch_ins_Feuer.pdf
- LUCAS47_Paedagogisches_Begleitmaterial_MILCH-INS-FEUER.pdf
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Unterrichtsmaterialien zum Film von Kinofenster
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Webseite des Verleihs zum Film
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Der Film bei filmportal.de
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Wachsen oder Weichen – Deutsche Landwirtschaft im Strukturwandel
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Ein durchaus eigenwilliges Gewerbe - Kurze Geschichte der Landwirtschaft in Deutschland (APUZ, bpb)
- Begründung der FBW
Credits
- Filmtitel
- Milch ins Feuer
- Kinostart
- 07.08.2025
- Genre
- Drama, Coming-of-Age
- Regie
- Justine Bauer
- Buch
- Justine Bauer
- Darsteller*innen
- Johanna Wokalek, Pauline Bullinger, Anne Nothacker, Sara Nothacker, Lore Bauer, Lorena Elser, Simon Steinhorst, Martin Bauer, Alexandra Balmer, Lisa Renner, Angelina Herrmann u. a.
- Altersempfehlung
- ab 14 Jahre
- FSK
- liegt noch nicht vor
- Verleih
- Filmperlen
- Festivals
- Filmfest München 2024: Förderpreis Neues Deutsches Kino; Filmfestival Max Ophüls Preis 2025
Hinweise
Inhaltsvermerk: Suizid