Moritz in der Litfaßsäule, DEFA STIFTUNG 1983
Moritz in der Litfaßsäule
Ein Film von Rolf Losansky DDR 1983 / 99 Min ab 6 Jahre Schulkinowochen-Film
Inhalt
Der neunjährige Moritz kann es Eltern und Lehrer*innen nicht recht machen, denn Moritz ist "langsam und gründlich", neigt zu Tagträumen oder denkt so intensiv über Dinge nach, dass er alles andere um sich vergissst. Für sein Anderssein ständig gerügt, gegängelt oder belächelt zu werden, tut weh. Moritz zieht heimlich in die Litfaßsäule auf dem Marktplatz. Seinen Eltern hinterlässt er eine Nachricht: „Es hat mir nicht mehr gefallen.“ In der Litfaßsäule lernt er eine vorlaute, sprechende Katze kennen, auf dem Marktplatz trifft er ein Mädchen vom Zirkus, dass ihn ganz anders sieht und beurteilt als seine Familie. Im Straßenkehrer findet er einen Vertrauten, mit dem er seine Probleme bespricht.
filmisch
Im Mittelpunkt steht Moritz, der in einer ostdeutschen Kleinstadt aufwächst. Den Alltag in der Familie erzählt der Film für Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren unaufgeregt, aber eindringlich aus Moritz' Perspektive. Moritz zeichnet der Film als kreativ, fantasievoll und mutig, aber von Hektik, Leistungs- und Zeitdruck überfordertes Kind. Im Mittelpunkt der Dialoge mit Eltern, Lehrer*innen und Geschwistern steht der Druck, den die wichtigsten Bezugspersonen auf Moritz ausüben. Der DEFA-Spielfilm aus dem Jahr 1983 erzählt Moritz' Geschichte mit realfilmischen Mitteln in Kombination mit Stop-Motion-Trickfilm, etwa in Sequenzen, in denen sich Moritz mit der Katze unterhält, oder in denen die Katze über ihre Abenteuer schwadroniert.
Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit
Die Erfahrungen, die Moritz macht, sind - trotz der unterschiedlichen Systeme und der zeitlich weit in der Vergangenheit liegenden Filmhandlung - vergleichbar mit denen von Kindern von heute. Eine Stärke des Films ist die Figurenzeichnung des Charakters Moritz als resilientes Kind, das der Film nicht als passives Opfer darstellt, sondern als ein Kind, das die gesellschaftliche Realität, in der es lebt, hinterfragt und sich gegen die Verletzungen durch seine Bezugspersonen zur Wehr zu setzt. Die Beschäftigung mit dem Film fördert den Perspektivwechsel hin zu den Stärken von Kindern wie Moritz. Der Film bietet auch die Möglichkeit, über Kindheit in der DDR und heute in den Austausch zu gehen. Die im Film eingesetzten Animationstechniken können untersucht und beschrieben werden.
- Originaltitel
- Moritz in der Litfaßsäule
- Genre
- Literaturverfilmung, Kinderfilm
- Altersempfehlung
- 6 bis 9 Jahre
- Klassenstufe
- 1. bis 4. Klasse
- Unterrichtsfächer
- Deutsch, Ethik, Lebenskunde, Geschichte, Kunst, Musik
- Themen
- Schule, Erziehung, Familie, Rollenbilder, Identität, Außenseiter, Vorurteile, Toleranz, Phantasie, Träume, Animation/Trick, DDR im Film
Credits
- Filmtitel
- Moritz in der Litfaßsäule
- Originaltitel
- Moritz in der Litfaßsäule
- Kinostart
- 27.11.1983
- Genre
- Literaturverfilmung, Kinderfilm
- Regie
- Rolf Losansky
- Buch
- Christa Kozik
- Darsteller*innen
- Dirk Müller, Dieter, Walfriede Schmitt, Dorit Gäbler, Rolf Ludwig, Dietmar Richter-Reinick
- Altersempfehlung
- ab 6 Jahre
- FSK
- ohne Altersbeschränkung
- Verleih
- Deutsche Kinemathek