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Link zum FilmTipp Splitter aus Licht

Splitter aus Licht

Ein Film von Mila Teshaieva und Marcus Lenz Deutschland, Ukraine 2025 / 97 Min ab 14 Jahre Schulkinowochen-Film

Inhalt

Die Region um die ukrainische Stadt Bucha war beim Angriff Russlands im Februar 2022 eines der ersten von russischen Truppen besetzten Gebiete. Gut einen Monat lang wüten diese dort, zerstören und töten willkürlich auch unbeteiligte Zivilisten. Nach Abzug der russischen Truppen wird das international publik. Das Regieduo begleitet über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren mehrere Bewohner*innen der Stadt unterschiedlichen Alters: Ein frisch verheiratetes Paar – der Mann geht nach der Vermählung wieder an die Front; eine Schülerin, die zusammen mit einer Tanz- und Theatergruppe mit den Konflikt- und Kriegsfolgen umgeht; eine Hauswartin, die wegen Landesverrats angeklagt wird; eine Kriegswitwe sowie Frau und Sohn eines weiteren Ermordeten, die gemeinsam mit Anwälten versuchen, die Taten zu dokumentieren, damit diese rechtlich verfolgt werden können. Die Gespräche mit den Protagonist*innen offenbaren die Wut und die Trauer der Hinterbliebenen, die Risse und Spaltungen in einer Kriegsgesellschaft, aber auch große Momente der Solidarität, Hoffnung, menschlicher Nähe und Stärke.

filmisch

SPLITTER AUS LICHT setzt im Dezember 2022 ein, als die Aufräumarbeiten überall in vollem Gange sind und auch die Infrastruktur wieder funktioniert. Der Film dokumentiert das Lebens am Ort des Verbrechens, nach dem die mediale Berichterstattung zu anderen Kriegsschauplätzen weitergezogen ist und macht auch ästhetisch einen Unterschied, durch eine ruhige und bedächtige Kamera und Montage, die sich den Perspektiven, Erfahrungen und Emotionen der Protagonist*innen sensibel mit Raum und Zeit nähert. Der Film macht Opferperspektiven deutlich zu Fragen von Gerechtigkeit, sowie den Umgang mit Kriegsverbreche(r)n und der damit verbundenen Hindernissen und Schwierigkeiten infolge der Abwesenheit der Beschuldigten. Die Düsternis der Situation spiegelt sich in einer teilweise auch jahreszeitlich bedingten Farblichkeit der Bilder wider, denen aber einnehmende und bestärkende Momente der Hoffnung und der Sehnsucht nach Frieden entgegengesetzt werden.

Anknüpfungspunkte an die pädagogische Arbeit

Insbesondere der Erzählstrang der jugendlichen Protagonist*innen eignet sich ins Gespräch zu kommen, wie mit Folgewirkungen von Krieg und Kriegsverbrechen umgegangen wird. Wie verarbeiten die Jugendlichen psychisch und mental ihre Traumata, insbesondere, da sie ein normales Teenager-Leben im Krieg versuchen. Ein anderer Aspekt kann anhand des jungen Paares besprochen werden, das zu Beginn heiratet. Nach zwei Jahren an der Front erkennt Anina ihren Mann Maksym nicht mehr wieder – ein universelles Phänomen, das für viele Kriegsheimkehrer gilt. Die Diskussion kann auch im Hinblick auf andere (Anti-)Kriegslektüre oder Filme wie IM WESTEN NICHTS NEUES geführt werden. Der Film macht die ständige Anspannung der Menschen, die bei manchen in Verbitterung umschlägt, spürbar. Die Schüler*innen können ergründen, mit welchen gestalterischen Mitteln der Film diese Stimmung erzeugt. Darüber hinaus ist auch der dokumentarische Stil der teilnehmenden Beobachtung beachtenswert: Wie schafft es der Film, große Nähe zu den Protagonist*innen herzustellen, gleichzeitig aber auch die nötige Distanz zu wahren.

Autor*in: Ingrid Beerbaum 25.10.2025, Letzte Aktualisierung: 13.05.2026

Originaltitel
Уламки Світла
Genre
Dokumentarfilm
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
Klassenstufe
ab 9. Klasse
Unterrichtsfächer
Politik, Sozialkunde, Ethik, Demokratieerziehung (fächerübergreifend), Erdkunde
Themen
Krieg, Kriegsfolgen, Kriegsverbrechen, Individuum (und Gesellschaft), Familie, Jugend, Traumata, Ukraine

Credits

Filmtitel
Splitter aus Licht
Originaltitel
Уламки Світла
Kinostart
30.10.2025
Genre
Dokumentarfilm
Regie
Mila Teshaieva und Marcus Lenz
Buch
Mila Teshaieva und Marcus Lenz
Darsteller*innen
Mitwirkende: Olga Malakh, Taras Vyazovchenko, Liudmyla Kizilova u. a.
Altersempfehlung
ab 14 Jahre
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
barnsteiner film
Festivals
Sheffield Docfest, Odessa International Film Festival